Bildung, Erziehung und Betreuung

Methoden, die Ziele zu erreichen

Wir geben den Krippenkindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Sie lernen neben "ihrer" Bezugsperson alle MitarbeiterInnen kennen und vertrauen auch diesen nach der Eingewöhnungszeit, denn alle gehören dazu. Wut, Angst, Freude und Fröhlichkeit - alle Gefühlsreaktionen werden zugelassen und geachtet. 

Es ergeben sich täglich neue "Lernsituationen": streiten + vertragen, wegnehmen + wegnehmen lassen, konkurrieren + gemeinsam stärker sein, gewinnen + verlieren. Wir ermöglichen den Kindern, positive Erfahrungen in der Gruppe zu sammeln und begleiten sie auf dem Weg. 

Die Kinder erleben wie die Erzieherin mit den Kindern und die Kinder miteinander umgehen, sie brauchen immer Vorbilder für soziales Lernen. Wir geben Raum zum Ausprobieren, setzen aber auch Grenzen, halten sie ein und zeigen dem Kind trotzdem, das es angenommen und gemocht wird. Wir hören zu, fragen nach, freuen uns mit dem Kind und helfen neue Schritte zu tun.

Wir bieten den Kindern unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Motorik und die kognitiven Fähigkeiten zu erweitern. Grobmotorik kann im Freigelände und in den Gruppenräumen an der Kletterwand und den Geräten nach E. Pikler erprobt werden. Die Fachfrau für Kinderturnen bietet gezielte Übungen an. Die kognitiven Kompetenzen werden z. B. durch das Spiel der Erprobung verschiedenster Materialien gefördert. 

Hier bietet sich die "spielzeugfreie Zeit" als idealer Mittler an, denn ohne vorgefertigte Materialien kann das Kind seinem Forschdrang freien Lauf lassen: Wie fühlt sich nasser Sand an, wie trockener Sand, kann ich etwas ein~ und wieder ausgraben oder verschwindet es, wenn ich es nicht mehr sehen kann ?! Das Kind wird immer wieder angeregt, auszuprobieren und zu erkunden, so entwickelt sich immer wieder Freude am Lernen.

Für Krippenkinder ist Bewegung das wichtigste Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, ihre Umwelt zu "begreifen", auf ihre Umwelt einzuwirken, Kenntnisse über sich selbst und den eigenen Körper zu erwerben, eigene Fähigkeiten kennen zu lernen und mit anderen Personen zu kommunizieren. Denn bevor das Kind zu sprechen lernt, ist Bewegung eine seiner Sprachen. 

Zur Unterstützung der kindlichen Bewegungsfreude sind unsere Innenräume und das Außengelände mit Geräten und Materialien ausgestattet, die speziell den Bedürfnissen und Entwicklungsständen der Kleinstkinder genügen. Die Sprossenwand, Krabbelkisten und Kletterdreiecke ( nach E. Pikler ), Weichbausteine, Treppenstufen und Podest usw. werden von beiden Gruppen genutzt. Im Außengelände lädt die Vogelnestschaukel ein, der kleine Hügel will erklommen werden oder das Bobbycar-Rennen wird gestartet. 

Mit dem engen Zusammenhang von Bewegen, Wahrnehmen, Erleben und Handeln beschäftigt sich die Psychomotorik. Hier hat das Kind die Möglichkeit, sich auf neue und andere Weise zu erleben. Kinder auf ihrem psychologischen Reifungsprozess vom körperlichen Handeln und Bewegt sein, zu mehr geistigen Aktivitäten zu begleiten und anzuregen, ist Ziel von Kreis~ und Singspielen, die wir den Kindern anbieten. 

Ob in der Gruppe, auf dem Spielgelände, in Bewegungsabläufen und Übungen wird die Koordination einzelner Sinne / Körperteile gefördert, und der Körper besser wahrgenommen. Die Orientierung am Körper ist auch eine gute Übung, um räumliches Denken zu fördern. Können Arm~ und Beinbewegungen im Raum beschrieben werden? Welche Körperteile reihen sich über~ oder untereinander? Was ist nah und was ist fern? Rechte oder linke Hand? Bewegung ist der Motor des Lernens und der Entwicklung, denn die konkrete Bewegungserfahrung ist notwendig, um eine innere Vorstellung vom äußeren Raum aufbauen zu können. 

Mit Finger~ und Kreisspielen, Bewegungsübungen und vielen Sing~ und Tanzspielen haben die Erzieherinnen viele Angebotsmöglichkeiten, die eine Vielzahl von sensorischen Erfahrungen ermöglichen und das Körperbewusstsein gut stärken. Psychomotorische Angebote werden in den Tagesablauf integriert, ein Kind lernt im Spiel und es lernt am intensivsten, wo es selbst aktiv sein darf. 

Um fit und aktiv zu sein, bedarf es auch der gesunden Ernährung, schon im Kleinkindalter wird der Grundstein für ein späteres Essverhalten gelegt. Das Frühstück bringen unserer Kinder von Zuhause mit, kindgerechtes frisch gekochtes Mittagessen bekommt unsere Krippe geliefert, die nachmittägliche Teezeit wird von uns vorbereitet. 

Hier gibt es von der Reiswaffel über leckeren Zwieback bis hin zum Knusperbrot gesunde Snacks, die gerne von den Kindern angenommen werden. Getränke werden grundsätzlich von uns zubereitet: Frischmilch ab 3,7% F.i.Tr., ungesüßten Tee ( täglich wechselnd ) und Wasser stehen ständig für die Kinder bereit.  Kleine Süßigkeiten, Pudding, Joghurt, Kakao oder Apfelschorle gibt es zu besonderen Anlässen. 

Das Essen verstehen wir als ein gemeinschaftliches Ritual, das in gemütlicher ruhiger Atmosphäre stattfindet. Gemeinsamer Beginn ist ebenso selbstverständlich wie möglichst gemeinsames Beenden. Die Kinder helfen ihrem Entwicklungsstand entsprechen schon beim Teller verteilen und Abräumen. 

Nach dem Mittagsessen folgt in unserer Krippe die Phase der Ruhe und Entspannung. Die Kinder legen sich zum Mittagsschlaf, sie haben jetzt die Möglichkeit, ihre vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten und den Körper auszuruhen. Wir nehmen auf das individuelle Schlafbedürfnis der Kinder Rücksicht, wer früh wieder wach ist, spielt im Kreativraum oder in einem der freien Gruppenräume. Wer lange schläft, wird nicht geweckt. Um zum Einschlafen zur Ruhe zu kommen, singen die Erzieherinnen der Schlafbegleitung leise Lieder oder lesen eine kleine Geschichte. 

Damit der Schlaf unserer Mäuse nicht gestört wird, ist immer eine Erzieherin im Schlafraum anwesend. Auch gibt es immer die Möglichkeit des Rückzuges auf die Hochebene im Gruppenraum der Sonnenmäuse, hier kann abgedunkelt und bei leiser Musik auf Kissen und Decken entspannt werden. Eine Erzieherin ist immer dabei, unternimmt Traumreisen mit den Mäusen oder liest eine kleine Geschichte vor. 

Auch spielt die Körperhygiene eine wichtige Rolle im Leben der Krabbelkinder. Das Wickeln orientiert sich am individuellen Rhythmus jedes Kindes. Der Verlauf der Sauberkeitserziehung wird vom Kind selbst bestimmt, denn nur das Kind weiß, wann es seine persönliche Reife und das nötige Körperbewusstsein hat und bereit ist, keine Windel mehr zu tragen. 

Häufig äußern die Wickelkinder den Wunsch, den "Großen" beim Toilettengang zuzuschauen, was ihnen auch gewährt wird, wenn die "großen" Kinder das erlauben. Nach dem Wickeln und / oder dem Toilettengang werden die Kinder angehalten, ihre Hände zu waschen, genauso wie vor und nach dem Essen Waschen von Gesicht und Händen zum hygienischen Pflichtprogramm zählt. Nach dem Spielen im Außengelände ist das Waschen eine Selbstverständlichkeit.

Unsere wertschätzende Haltung dem Kind gegenüber drückt sich auch in Sprache aus, hier wird die beste Grundlage für eine gelingende Sprachentwicklung gelegt. Durch das Singen von Liedern, Bilderbuch - Betrachtungen und das Lesen von Büchern unterstützen wir die sprachliche Entwicklung in besonderem Maße. 
Fingerspiele, Sing~ und Tanzspiele tragen ebenso dazu bei. Regelmäßige Besuche der Bücherei und Daumenkino machen den Kindern großen Spaß. 

Sprechen heißt auch: miteinander sprechen und jedes Tun sprachlich zu begleiten. Wir unterstützen die Sprechfreude der Kinder, in dem wir gezielt Materialien anbieten, die die Kinder zum Wahrnehmen, Handeln und Sprechen einladen. Dem Kind zuhören und antworten ist die einfachste und beste Sprachförderung. 

Auch die Musik tut ein Übriges in diese Richtung. Schon Säuglinge leben in den ersten Monaten überwiegend in einer Klangwelt und nehmen akustische Reize viel stärker wahr als optische. Der Säugling bringt seine eigene musikalische Grundausstattung mit: seine Stimme als eigenes Instrument und seinen Herzschlag als Grundrhythmus. Diese Fähigkeit sollte nicht verloren gehen, daher möchten wir sie weiter erhalten und fördern. Wir begleiten die Kinder im Tagesablauf immer wieder mit musikalischen Riten, Sprechgesang und Singspielen und Liedern. Ein gemeinsamer Vers vor dem Essen rhythmisch vorgetragen oder das leise Schlaflied während der Mittagsruhe tragen dazu bei und gehören wie der Singekreis zum Tagesablauf. 

In der wöchentlichen "Musikzeit" erschließen sich den Kindern die Toneigenschaften der Musik wie laut - leise, hoch - tief, kurz - lang usw. Die Freude am Musizieren unterstützen wir mit Orffschen Instrumenten, die immer wieder gerne von den Kindern "gespielt" werden.

"Hilf mir, es selbst zu tun", das ist einer unserer Leitsätze. So lassen wir den Krippenkindern die Freiräume, die sie schon brauchen, um feststellen zu können, was sie schon alleine können. Wir begleiten sie z.B. zum Anziehen, geben aber nur Hilfestellung. Schuhe holen und richtig hinstellen ist schon eine große Leistung für ein Krippenkind. 

Lob macht das Kind stolz und lässt es weiter probieren. Auch "selbst waschen" und "Ärmel hoch" nicht vergessen, ist eine Leistung, die mit Lob belohnt wird, genauso wie das "unfallfreie" Klettern auf den Wickeltisch. Wir geben den Kindern die Möglichkeiten, Dinge des täglichen Alltags selbst zu tun, so ist das Teller zum Tisch bringen schon eine Aktion, die Auge-Hand-Koordination und Gleichgewichtssinn schult und auch kleine Jungs stolz macht. 

Unser Projektbegleiter  lässt die Kinder an handwerklichen Tätigkeiten teilnehmen, zeigt Schrauben, Nägel und Werkzeuge - diese Aktionen werden mit Spannung erwartet und hochkonzentriert beobachtet. Und einen Nagel selbst einschlagen - Lob und Stolz stellen sich ein. 

Der Umgang mit technischen Geräten kann ebenfalls spielend erlernt werden: selber telefonieren oder Fotos machen - kein Problem, das entsprechende Spielgerät ist da. Aber auch Bauklötze so aufeinander zu stellen, dass ein hoher Turm entsteht ist eine Leistung, die lobend erwähnt wird. Auf Spaziergängen kann die Umwelt erkundet werden: der Weg zur Bücherei sieht aus der Karre anders aus als wenn man ihn laufen darf oder einen Brief in den Briefkasten stecken fördert die Selbständigkeit und fördert das Selbstbewusstsein.

Bereits in den ersten Lebensjahren machen Kinder schon Erfahrungen in Raum und Zeit. Mit zunehmendem Alter nehmen sie neben Formen und Größen auch Zahlen wahr. Beobachtungen und Erfahrungen fordern Kinder zu weiteren Erkundigungen heraus und bieten Anlässe zum Ordnen, Vergleichen und Messen, Mengen~ und Größenvergleiche und Tätigkeiten wie das Hinzufügen und Wegnehmen, das Aufteilen oder Verteilen sind fundamentale Handlungserfahrungen. 

Das Kennen lernen mathematischer Zusammenhänge macht Kindern Freude und lässt sie Beständigkeit und Kontinuität erfahren. Begriffe wie auf - zu, mehr - weniger, oben - unten, groß - klein, hoch - höchster Punkt, Ecke - Mitte, krumm - gerade etc. werden zur Artikulation eingeführt und durch Lieder und Spiele gefestigt, z.B. die Türen von unserm Bus gehen auf und zu....oder das ist Dunkel, das ist Hell, das ist langsam, das ist schnell....... 

Auch hier greift die sprachliche Bildung als wichtiger Teil zum Verständnis. Einige Krippenkinder können schon Zahlenreihen aufsagen, kennen Unterschiede zwischen Buchstaben und Zahlen. 

In unserem Projekt ´Farben und Formen` führt die kreative Gestaltung zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen. Wir schneiden z.B. Tomaten durch und schon wird aus der Form des Balles ( Kugel ) ein Kreis, wenn die Hälften betrachtet werden. Beim Kartoffeldruck wird aus dem ausgeschnittenen Würfel ein gedrucktes Quadrat. Hierbei werden die Kinder zum eigenständigen Denken und Erkunden herausgefordert. 

Zur Dimension ZEIT haben Krippenkinder noch keinen Zugang. Kenntnisse über Wochentage und Monate werden allmählich in Bezug auf den konkreten Alltag angebahnt und durch Lieder und Reime unterstützt wie z.B. morgens früh um 6..........oder Januar, Februar, März, April, die Jahresuhr steht niemals still.......u.v.m.

Die Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt ein Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen Kontakt mit seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne. Das Wahrgenommene löst Gefühle aus, wird mit Bisherigem verknüpft und betrifft das Individuum in seinem unmittelbaren Erleben. 

Die ästhetischen Erfahrungen sind authentisch, kommen nie aus zweiter Hand, bilden die Grundlage für den Aufbau kognitiver Strukturen und sind ganzheitlich, denn alle Sinne sind zugleich angesprochen.

Im Alltag können unsere Krippenkinder durch Malen, Kleben oder Kneten kreative Ausdrucksformen und verschiedene Techniken selber ausprobieren und sich aneignen. Sie lernen den Umgang mit Instrumenten, Geräten, Materialien, Werkzeugen und Werkstoffen, erlangen so die Grundlagen des handwerklichen Gestaltens. Die Kinder lernen ihre Welt zu strukturieren und abzubilden, können eigene Gefühle ausdrücken. 

Der Wunsch des Kindes, sich die geheimnisvolle Welt zu erarbeiten, kann sich besonders gut durch angeleiteten Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien aller Art erfüllen. In unserm Projekt "Die Raupe Nimmersatt" haben die Kinder Erfahrungen mit Farben auf glatten Fensterscheiben gemacht, aber auch kennen gelernt wie sich Mehl zwischen den Fingern anfühlt, wenn ein Teig geknetet wird. 

Im Projekt "Picasso in Windeln" haben die Kinder die Möglichkeit, den eigenen Körper z.B. mit Hilfe von Farben und Pinseln zu gestalten, es verdeutlicht sich hier, das ästhetische Bildung mehrere Sinne gleichzeitig anregt und unterschiedlichste Erfahrungsfelder abgesprochen werden. 

Auch die "Musikzeit" liefert wichtige Aspekte für die ästhetische Bildung, bringt doch Musikmachen und Singen Zusammenhalt zum Ausdruck.

Die Begegnung mit der Natur in ihren verschiedenen Erscheinungsformen im Umfeld der Krippe Mäusekiste erweitern und bereichern den Erfahrungsschatz der Kleinstkinder. Kinder experimentieren mit Dingen und ihrem Spielzeug noch bevor sie sprechen können. Sie erforschen die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten der physikalischen Welt z.B. die Schwerkraft. 

Ursache und Wirkungszusammenhang logisch zu analysieren und selbst zu konstruieren ist schon für die Kleinsten hochinteressant. So nehmen die Kinder Einfluss auf ein konkretes Geschehen ( Bauklötze fallen oder Sand rieseln lassen ) und verstärken das Erleben von Selbstwirksamkeit. Es ist uns wichtig, dass Kinder Natur in Zusammenhang, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere kennen lernen. 

Darum bieten wir ganz gezielt auch "spielzeugfreie Zeit" im Außengelände an. Dadurch haben die Krabbelkinder die Möglichkeit, Blumen zu erforschen, Tiere zu beobachten ( und zu verfolgen ) und auch das Element "Wasser" außerhalb der Sanitärräume kennen zu lernen.

Beobachten, betrachten, sammeln und staunen regen die Phantasie an und ermutigen zum Fragen. Die Eindrücke regen die Sinne und die Emotionen an. 
Tiere z.B. Spinnen werden gefürchtet, Marienkäfer werden geliebt, Pflanzen können bewundert und müssen gepflegt werden. Natur kann zum sozialen Umfeld werden, für das nicht früh genug Verantwortung übernommen werden sollte. Achtsamer Umgang mit der Natur wird den Kindern vorgelebt, der Schutz der Umwelt vorgelebt. 

Zur Erkundung des Umfeldes gehören weiterhin Spaziergänge zum Wochenmarkt, zur Bücherei, zum Blumenladen etc. Diese Erkundungen erweitern den Wissenshorizont, fördern die Selbständigkeit der Kinder, indem sie beispielsweise beim gemeinsamen Überqueren der Straße "auf den Verkehr achten".
Fragen nach Autos, anderen Fußgängern oder Radfahrern werden gewissenhaft beantwortet und die Köpfe schwingen von rechts nach links und zurück und noch mal........

Schon von klein an spüren die Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Verlassenheit. Wir erleben in den Eingewöhnungszeiten immer wieder, dass diese existentiellen Erfahrungen, die alle Menschen in ihrem Leben machen, von den kleinen Kindern ganz besonders intensiv erlebt werden. Die ersten Trennungserfahrungen sind mit großem Schmerz auf beiden Seiten verbunden. 

Die Erzieherinnen in unserer Krippe begleiten gerade deshalb Kinder und Eltern während der Eingewöhnungszeit und nehmen sich immer wieder Zeit, auch mit den Eltern zu sprechen, zu beruhigen und zu trösten. 

Mit Hilfe der "Familienbücher", die jede neue Familie selbst zusammenstellt, gelingt das Trösten und Beruhigen der Kinder schnell, denn schon ein Bild von Mama auf dem warmen Arm der Erzieherin ist hilfreich. 

Unsere "neuen" Kleinen erleben positive Grunderfahrungen in der Mäusekiste:
Geborgenheit, Vertrauen und Angenommensein sind die wichtigsten dabei. Sie sind die Basis, um den Spannungen in der Welt gewachsen zu sein. Genauso wie Spiel und Spaß zusammenpassen gehören auch Spiel und Streit zusammen. Eifersüchteleien, unerwünschte Annäherungsversuche oder Wegnahme des allerliebsten Spielzeuges - all das empfinden Kinder als Verrat. 

Aber so schnell, wie man sich streitet, genauso schnell ist die Versöhnung da. Kinder nehmen selten Rücksicht auf die Gefühle anderer. Und wenn in der Trotzphase ( ca. 21. - 30. Monat) ein Knuff oder ein Biss verteilt werden, ist das nach ausreichendem Trösten und Versorgen der "Wunde" schon bald wieder vergessen und die Streithähne spielen das nächste Spiel zusammen. 

In der Mäusekiste nehmen wir die Kinder dann auf den Schoß und trösten, indem wir beruhigen und erst mal "pusten" ( Heile, heile Gänschen....). Wenn Schmerz, Ärger und Wut verraucht sind, haben wir die Möglichkeit, auch sprachlich zu intervenieren und Probleme mit dem Kind zusammen zu lösen. Ein "Tschuldigung" gemurmelt macht alle wieder froh.
Konflikte auszutragen ist Ausdruck einer fortschreitenden Ich - Entwicklung. 

Kinder treffen in ihrem Umfeld auf der einen oder anderen Weise auf religiöse Themen. Unsere Krippe ist ein Ort, an dem sich Kinder und Erwachsenen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion begegnen. 

Offenheit für und die Achtung vor anderen Kulturen und religiösen Bekenntnisse ist selbstverständlich und wird an die Kinder weitergegeben. So erleben die Kinder und ihre Eltern die interkulturelle Ausstrahlung der Krippe Mäusekiste. Die Vorbildfunktion der pädagogischen Mitarbeiter und der schon anwesenden Krippenkinder wirken auf die neuen Kinder und Eltern, die in diese Umgebung hineinwachsen werden. 

Anerkannte Werte und Normen werden in unserem Krippenleben zugrunde gelegt, dazu gehören z.B. Tisch~ und Gesprächregeln, warten lernen und ein wenig Geduld haben und auch bi - kulturelle Identitätsförderung durch das Zusammenleben von Kindern aus Migrationsfamilien und von Kindern aus Familien der mehrheitlichen Kulturform usw. 

Die Umsetzung der obengenannten Bildungsziele stärkt die kindlichen Kompetenzen. Es ermöglicht einen altersentsprechenden Umgang mit Veränderung und Belastung. Es werden lernmethodische Fertigkeiten ebenso gefördert wie individuelle Fähigkeiten verstärkt werden. 

All das soll dazu beitragen, dass jedes Kind gleiche Rechte und gleiche Chancen für eine lebenswerte Perspektive in unserer Gesellschaft hat. Wir wollen, dass sich die Kinder wohl fühlen und Freude am Leben und Lernen haben. Das schaffen wir durch Vertrauen~ und Geborgenheitserfahrungen. 

Wir unterstützen alle Kinder, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und diese uns mitzuteilen. Positives wird stets durch positive Verstärker betont. Das Kind wird mit seiner ihm eigenen Individualität angenommen, so wird das Selbstbewusstsein gestärkt und unterstützt.